Meine Geschichte



Ich bin Autodidaktin. Ich habe mir alles selbst beigebracht und kann bis heute keine einzige Note lesen.

Ich höre mit meinen Ohren – und spiele mit meinem Herzen.




Schon als Kind war es mein grösster Traum, Saxophon zu spielen. Doch in dem kleinen Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, gab es keine Möglichkeit, diesen Traum zu verwirklichen.


Viele Jahre später, mit ungefähr zwanzig Jahren, lief ich an einem Brockenhaus vorbei. Im Schaufenster stand ein Saxophon – ein einfaches Altsaxophon, nichts Besonderes, aber bezahlbar. Ich musste nicht lange überlegen. Es kam mit mir nach Hause.


Meine Leidenschaft für das Saxophon – auch wenn mein Herz immer für das Tenorsaxophon schlug – war sofort wieder da. Also begann ich, ganz alleine zu Hause zu üben, auszuprobieren und nach Gehör zu spielen. Es machte unglaublich viel Spass.


Irgendwann mietete ich mir endlich ein Tenorsaxophon. Manchmal spielte ich bei offenem Fenster einfach für mich. So wurde ich von einer Band gehört und die fragten mich ob ich Lust hätte, bei ein paar Proben oder Sessions mitzuspielen. Natürlich hatte ich!


Doch das Leben hatte andere Pläne. Es folgte eine turbulente Zeit, in der ich fast alles verlor – auch mein geliebtes Tenorsaxophon.


Dann wurde es still.


Sehr still.


Fast 25 Jahre lang...


Erst mein geliebter Mann erfüllte mir meinen Lebenstraum und schenkte mir ein Tenorsaxophon – ein Selmer Reference 54. In dem Moment war das Feuer sofort wieder da.

Mit einem neuen Mundstück begann ich täglich zu üben. Die Leidenschaft war nie verschwunden – sie hatte nur geschlafen.


Im September 2018 fasste ich all meinen Mut zusammen und meldete mich für einen Blues-Workshop in der Toskana bei Andy Egert an. Ich hatte grosse Angst. Ich wusste nicht, wo ich musikalisch stand. Schliesslich war ich nie auf einer Musikschule gewesen und konnte keine Noten lesen. Ich war überzeugt, dass man mich nach Hause schicken würde.


Doch das Gegenteil geschah!


Die Musiker bauten mich auf, motivierten mich und waren begeistert von meinem Spiel. Dieses Wochenende gab mir unglaublich viel Selbstvertrauen.


Das Einzige, was alle bemerkten, war meine grosse Schüchternheit.


Kurz darauf lud mich Marcus C. Held ein, an seinem Benefizkonzert im Schweizerhof Rorschach zwei Stücke mitzuspielen und in der Pause ein eigenes kleines Programm zu präsentieren.


Das war mein Startschuss!


Die Band Flip Chair hatte ein Video von mir aus der Toskana gesehen und sagte genau das Gleiche: «Du musst unter die Leute!»


Ab Januar 2019 spielte ich regelmässig beim Frühschoppen im Schweizerhof mit Flip Chair. Immer wieder durfte ich auch als Gastmusikerin mit Marcus C. Held auftreten.


Am 4. Mai 2019 folgte meine bisher grösste Herausforderung: Ich durfte mit Marcus C. Held und Flip Chair vor grossem Publikum in der Mehrzweckhalle Tübach auf der Bühne stehen.



Bis heute kann ich keine einzige Note lesen.

Aber ich habe mein Gehör, mein Gefühl und mein Herz.

Und genau das funktioniert für mich.



Inzwischen werde ich von verschiedenen Bands eingeladen, bei Konzerten oder einzelnen Songs mitzuspielen – oft ganz spontan und manchmal sogar ohne Probe.


Kurz vor der Corona-Zeit hatte ich zudem das grosse Glück, Unterricht bei Tony Heidegger nehmen zu dürfen. Nicht, um Noten zu lernen, sondern um mich musikalisch weiterzuentwickeln. Er bestätigte mir mein gutes Musik-Gehör und forderte mich immer wieder aufs Neue heraus. Ich habe noch unglaublich viel zu lernen – und genau das liebe ich.



Die Corona-Zeit nutzte ich, um etwas Neues zu wagen: Ich begann, meine Musik und meine Videos selbst zu produzieren. Daraus entstanden viele kreative Projekte, die mir bis heute grosse Freude bereiten.


Musik ist für mich weit mehr als ein Hobby!


Sie ist Leidenschaft!


Sie ist Freiheit!


Sie ist Ausdruck!



Heute trete ich als Solokünstlerin unter dem Namen Saxomonika auf.


Mein Repertoire umfasst bewusst viele Songs, die man nur selten auf dem Saxophon hört.

Genau das macht meinen Stil aus.

Ich gehe meinen eigenen Weg.

Ich spiele nicht das, was alle spielen.


Ich spiele das, was ich fühle!